Neues Bauen für neue Menschen?
Planungen städtischer Verwaltungen und Aneignung durch die Bewohner im sozialen Wohnungsbau der 1920er Jahre
Produktform: Buch / Einband - flex.(Paperback)
Mit dem Auftreten der Stadtverwaltungen als Planer und Bauherren von Siedlungen des sozialen Wohnungsbaus der 1920er Jahre entstand in Deutschland ein in vielerlei Hinsicht neues Interaktionsgefüge zwischen der Verwaltung, die in großem Stil baute, und den Bürgern, die sich die neuen städtischen Wohnungen zu Eigen machten. Die Besonderheit der Siedlungsarchitektur vieler deutscher Städte lag in den ihr innewohnenden Rationalitäten der Moderne: Funktionalismus, Taylorismus, Typisierung und Normierung sowie in neuen Postulaten an hygienische und sittliche Standards. Beides, das neue Interaktionsfeld und die neu geschaffenen Wohnstandards kamen in den zeitgenössischen Bezeichnungen Neues Bauen sowie Neuer Mensch zum Aus-druck. Beide Begriffe wurden definitorisch weitgehend seitens der Planer, die hier als Sozialingenieure betrachtet werden, in den (Bau-)Verwaltungen geprägt. Sie verbanden mit ihnen disziplinarische und erzieherische Absichten, die ein besonderes Machtverhältnis zwischen beiden Seiten andeuteten. Die Adressaten des Verwaltungshandelns reagierten ihrerseits mit besonderen Formen der Aneignung der modernen Siedlungsarchitektur und des Selbst-Managements, die mit Hilfe des Konzepts der Gouvernementalität aufgezeigt werden können.weiterlesen
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